
Im Grunde genommen ist es recht einfach eine Internetdomäne von einem Hoster zu einem anderen umzuziehen. Interessanterweise sind dennoch ein paar Stolperfallen vorhanden, die man vermeiden sollte. Dieser Artikel erklärt daher wie ein Domänenumzug funktionert.
Zu beachten ist: Ein Domänenumzug entbindet nicht von den Zahlungsverpflichtungen für eine Domäne. In der Regel werden von den diversen Providern Verträge für die Registrierung und das Hosting von Domänen mit zwei Jahren Laufzeit angeboten. Wird eine Domäne vorzeitig umgezogen sind grundsätzlich die für den Vertragszeitraum festgelegten Zahlungen zu leisten, auch wenn man keine Leistung mehr von seinem alten Provider erfährt. Glücklicherweise bewegen sich diese Kosten in geringer Höhe: Sie liegen ganz grob im Bereich von einem Euro pro Monat pro Domäne. Das ist nicht viel. Doch muß man bedenken, daß oft mehrere verschiedene Domänen für einen Internetauftritt registriert werden, so daß sich durchaus schnell ein Vielfaches des Betrages ergeben wird. Privatleute sind das dann schon wieder Kosten, die sie spüren. Freilich - im Gewerblichen Umfeld spielen diese Kosten keine Rolle.
In der Regel wird ein Umzug wie folgt ablaufen:
Für einen Domänentransfer sollte man sich Zeit nehmen, da man nach jedem Schritt im Transferprozess dem bzw. den Providern etwas Zeit geben muss. Im Grunde kann der Transfer innerhalb einer Woche passieren, doch ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die ganze Angelegenheit auch über zwei Wochen und mehr hinziehen kann. Gilt es bei Projekten Termine einzuhalten ist der Transfer frühzeitig anzustoßen um nicht in Bedrängnis zu geraten.
Wichtig ist es den Transfer genau zu verfolgen. Der Transfer muss zwingend innerhalb von 4 Wochen abgeschlossen werden! Sobald die Domäne beim alten Provider gekündigt ist, ist sie gekündigt. Findet kein Transfer im Zeitraum von 4 Wochen statt, wird diese Domäne frei gegeben. Dies bedeutet: Sie kann von jedem beliebig erneut registriert werden! Und damit fangen die Probleme an.
Wir haben heute die Situation, dass findige Geschäftemacher - zum Beispiel in China - systematisch alles an ehemals registrierten .com-Domänen abgraben was möglich ist. Geht der Domänentransfer schief muß man davon ausgehen, daß man seine Domäne plötzlich mit Werbung befüllt bei einem chinesischen Hoster wieder findet. Wenn man ganz viel Glück hat läßt sich der neue Besitzer dazu überreden, diese Domäne wieder zu verkaufen. Und wenn man noch mehr Glück hat beitet einem der neue Besitzer die Domäne sogar extra zum Kauf an. Ist man in diese Falle getappt muß man letztendlich den Preis akzeptieren, den der neue Besitzer dafür einfordert. Im Minimum sind das mehrere hunderte von Euro (bzw. Dollar). Bei wichtigen Domänen dürften die Kosten noch weitaus höher liegen.
Es empfiehlt sich grundsätzlich einen solchen Verkauf über eine Domänen-Auktionsplattform abzuwickeln. Das kostet zwar ca. 50 Euro zusätzlich, doch hat man anderenfalls keinerlei Garantien über die Abwicklung des Verkaufs: Es ist schwer bis gar nicht ermittelbar wer der neue Besitzer ist. Und in China oder einem anderen Land den neuen Besitzer persönlich aufzuspüren dürfte reichlich schwierig sein.
Sobald der neue Provider die Information erhalten hat, welche Domäne transferiert werden soll, kann man beim neuen Provider bereits EMail-Konten anlegen. Man erhält so einen doppelten Satz an EMail-Konten: Einen beim alten Provider und einen beim neuen Provider. Sobald der DNS-Eintrag geändert wird übernimmt ab diesem Zeitpunkt der neue Provider vollständig und man wird dann automatisch vom neuen Provider die EMails holen. Sofern man keinen eigenen Web-Server betreibt ist eine Umkonfiguration im EMail-Client natürlich erforderlich: Die Adresse des POP3/SMTP bzw. IMAP-Servers des neuen Providers muß man statt den Daten des alten Providers eingeben. Schon kann man EMails vom neuen Provider abrufen. Es empfiehlt sich hier einen Testlauf durchzuführen: Das Abrufen ist bereits einige Zeit vor dem Abschluß des Transfers der Domäne möglich. So kann man das Abrufen im Vorfeld testen und erlebt dann keine Überraschung, wenn der DNS-Einträg geändert wurde und damit der Transfer abgeschlossen ist.
Man tut gut daran möglichst schnell den Domänentransfer abzuwickeln. Das ist nicht weiter wild, aber die verschiedenen Schritte müssen genau so wie geschildert durchgeführt werden. Und man sollte dafür einige Zeit einplanen.
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