Grafiken malen? Es gibt auch andere Möglichkeiten ...

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Im Normalfall setzt sich ein Grafiker hin, nimmt sein Photoshop oder etwas ähliches und beginnt Grafiken zu malen. Er pinselt und filtert, selektiert und verschiebt wie er gerade lustig ist, bis die Grafik so ist, wie er sie gut findet.

Was aber, wenn nicht nur eine Grafik sondern dutzende zu erzeugen sind? Und die sollen auch noch alle ählich aussehen! Besonders schwierig ist dabei, nach mehreren Monaten weitere Grafiken im gleichen Stil erstellt werden sollen. Was tun? Jeden Handgriff aufschreiben um nach einiger Zeit diese für eine neue Grafik wiederholen zu können? Das ist schwierig und fehleranfällig.

Statt des Pinselns jeder einzelnen Grafik wurde für diesen Internetauftritt, den Sie, lieber Leser, vor sich sehen, andere Wege beschritten. Diese ungewöhnliche und meiner Meinung nach äußerst praktikable Vorgehensweise möchte ich an dieser Stelle kurz vorstellen.

Viele der Grafiken, die Sie, lieber Leser, auf diesen Seiten sehen, wurden aus Einzelteilen generiert. Die zentrale Idee ist sehr einfach: Warum kann man die Handgriffe, die ein Grafiker üblicherweise machen muß, nicht einfach von einem Programm erledigen lassen?

Betrachten Sie doch einmal die folgende Grafik als Beispiel: linst.png - Es handelt sich dabei um eine Grafik, die beim Linux-Installations-Seminar angezeigt wird. Überlegen Sie: Was für Arbeitsschritte müssen getan werden, um diese Grafik zu erzeugen?

Ausgangsbasis ist natürlich eine bereits existierende Fotographie, die auf die richtige Größe gebracht wurde. In die Grafik muß das Band, das sie sehen, hineingerendert werden. Dazu muß in einem ersten Schritt eine entsprechende Grafik (programmatisch) erstellt werden. Und zwar unter Berücksichtigung des Alpha-Kanals wo erforderlich. Das Band soll schließlich in eine Richtung schwächer werden. Die Schrift soll aber kräftig sein und keine Transparenz besitzen. Diese Detailgrafik wurde mit Hilfe eines einfachen Programms erzeugt. (Entsprechende Möglichkeiten gibt es dazu heute in fast jeder Programmiersprache.) Die Detailgrafik wurde dann - in einem letzten Arbeitsschritt - an der richtigen Stelle mit der Fotographie verschmolzen. Fertig ist das Endergebnis!

Natürlich ist es vergleichsweise aufwändig ein entsprechendes Programm dafür zu schreiben. Es dauert in jedem Fall deutlich länger, als eine solche Grafik quasi mit der Hand zu malen. Zumindest bei den ersten Grafiken. Sollen mehr als nur eine Hand voll Grafiken dieser Art erstellt werden und sollen diese auch noch weitgehend identisch aus sehen, kann das Programmieren der Grafikerstellung seine Vorteile ausspielen. Und sollte man auf die Idee kommen, die Schrift später doch noch mal zwei Pixel weiter nach links oder rechts versetzen zu wollen, so kostet das im Grunde keinen Aufwand mehr: Eine winzige Änderung am Programm und alle Grafiken, die man erstellt, werden nach den neuen Wünschen erzeugt. Und wird nach einiger Zeit eine weitere Grafik benötigt, ist es trivial, das Programm zu erweitern.

Es ist bemerkenswert, wenn man sich überlegt, wo man überall das Programmieren sinnvoll einsetzen kann. Das Schreiben von Programmen ist gleichbedeutend mit dem Gebrauch von Klebeband und Kabelbindern: Es ist Werkzeug. Ein Handwerkszeug, das man getrost sehr vielseitig benutzen und einsetzen kann - und sollte. Daher möchte ich diesen Artikel auch mit einem kleinen Appell schließen: Benutzt dieses Handwerkszeug! Dafür ist es schließlich gemacht!

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